Testament ohne Notar – was ist zu beachten?

Der deutsche Gesetzgeber hat das Erbrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch ausführlich geregelt und mit dem Fünften Buch des Bürgerlichen Gesetzbuches eine umfassende Gesetzesgrundlage geschaffen. Trotz aller Gesetze und Richtlinien genießen künftige Erblasser in der Bundesrepublik Deutschland ein hohes Maß an Freiheit, dessen Basis in § 1937 BGB zu finden ist. Dieser Paragraph legt fest, dass jeder künftige Erblasser mithilfe einer Verfügung von Todes wegen eine Erbeinsetzung vornehmen kann.

Als Testator hat man die grundlegende Wahl zwischen einem eigenhändigen und einem öffentlichen Testament. Bei beiden Varianten handelt es sich um ordentliche Testamente, die künftigen Erblassern die Möglichkeit geben, frühzeitig zu Lebzeiten vorzusorgen und den eigenen Erbfall in ihrem Sinne zu regeln. Damit die testamentarischen Verfügungen auch in die Tat umgesetzt werden, ist es von großer Wichtigkeit, sich bei der Testamentserrichtung an die jeweils geltenden Formvorschriften zu halten. Bei einem öffentlichen Testament kann man sich diesbezüglich auf den Notar oder einen im Erbrecht versierten Anwalt verlassen und wird auf Wunsch von diesem tatkräftig unterstützt.

Formvorschriften für das eigenhändige Testament

Entscheidet man sich aber für ein eigenhändiges Testament, verzichtet man üblicherweise auf die Unterstützung eines erfahrenen Juristen und nimmt die Testamentserrichtung vollständig selbst in die Hand. Als juristischer Laie muss man hierbei natürlich einiges beachten, um nicht zu riskieren, dass die Verfügung von Todes wegen am Ende für ungültig erklärt wird. Aus diesem Grund ist eine intensive Auseinandersetzung mit dem im BGB verankerten Erbrecht unerlässlich.

Insbesondere § 2247 BGB ist hier von zentraler Bedeutung, schließlich wird in diesem Gesetz das eigenhändige Testament geregelt. Wer ein Testament ohne Notar errichten möchte und nun erfahren will, was es hierbei zu beachten gilt, findet in § 2247 BGB Antworten auf seine Fragen. Ein ausführliches Studium dieses Paragraphen ist unerlässlich, schließlich ist dies die Basis für die Rechtsgültigkeit des eigenhändigen Testaments.

Geht es um die Errichtung eines eigenhändigen Testaments, ist es essentiell, dass dieses vom Testator persönlich komplett handschriftlich erstellt wird. 

Zudem muss die Verfügung von Todes wegen unterschrieben werden und sollte Angaben zum Ort und der Zeit der Testamentserrichtung beinhalten. Gerade bei diesem Dokument ist eine rechtsgültige Unterschrift essentiell wichtig.  Weiterhin gilt es zu berücksichtigen, dass eine Testierfähigkeit nach § 2229 BGB zwingende Voraussetzung für die Errichtung eines rechtskräftigen Testaments ist. Einschränkungen der Testierfreiheit, wie zum Beispiel durch das in §§ 2303 bis 2338 BGB geregelte Anrecht auf den Pflichtteil, müssen im Zuge dessen selbstverständlich auch berücksichtigt werden. Gerade der Pflichtanteil beim Erbe wird durch das Berliner Testament und die Pflichtteilsklausel mehr oder minder erfolgreich gerne versucht wird zu umgehen, denn die Pflichtteilsberechtigten sind nicht gezwungen, sich an diese Vorgaben zu halten.

Wer als juristischer Laie ein Testament ohne Notar errichtet, muss folglich eine Vielzahl unterschiedlicher Punkte und Aspekte berücksichtigen. Aus diesem Grund ist es zwingend erforderlich, sich in das deutsche Erbrecht heute einzuarbeiten und diesbezüglich ein gewisses Wissen aufzubauen. Zudem empfehlen wir als Vorlage für das privatschriftliche Testament geprüfte und rechtssichere Vorlagen zu verwenden, denn hierbei kann man ein Höchstmaß an Sicherheit erwarten, dass ein solches Testament letztendlich auch rechtskräftig sein wird, wenn man sich an die Vorgaben hält.

  • 4.3/5
  • 30 ratings
30 ratingsX
überhaupt nicht eher weniger geht so gut sehr gut
13.3% 0% 3.3% 6.7% 76.7%