• Start
  • Gemeinschaftliches Testament

Gemeinschaftliches Testament

Ein gemeinschaftliches Testament ist ein Testament, das von Eheleuten gemeinsam aufgesetzt wird. Ausschließlich Ehepartner und Lebenspartner einer gleichgeschlechtlichen, eingetragenen Lebensgemeinschaft können ein gültiges gemeinschaftliches Testament verfassen.

Ein gemeinschaftliches Testament aufsetzen

Die Anforderungen an die Form des gemeinschaftlichen Testaments unterscheiden sich nicht grundlegend von denen eines gewöhnlichen Testaments. Dennoch besteht eine Besonderheit: Die Eheleute (oder gleichgeschlechtlichen Lebenspartner) können wechselseitige Verfügungen einfügen. Das bedeutet, dass einer der Eheleute eine Verfügung trifft, unter der Voraussetzung, dass der andere die gleiche Verfügung trifft. In der Praxis heißt das meistens, dass jeder Ehegatte (oder Lebenspartner) den jeweils anderen zum Alleinerben im Todesfall bestimmt.

Ein gemeinschaftliches Testament aufsetzen muss nicht kompliziert sein, wenn die Verhältnisse übersichtlich sind. In einem solchen Fall können die Ehepartner ein gemeinschaftliches Testament auch ohne rechtlichen Beistand aufsetzen. Einer der Partner schreibt das Testament handschriftlich und unterzeichnet es, der andere unterschreibt es lediglich.
Sollten Unklarheiten herrschen, ist es empfehlenswert einen Notar zu Hilfe zu ziehen, der dann ein gemeinschaftliches Testament mit den geeigneten Formulierungen aufsetzen kann.

Gemeinschaftliches Testament und die Folgen

Ein gemeinschaftliches Testament kann problemlos widerrufen werden, wenn sich beide Ehegatten (oder gleichgeschlechtliche Lebenspartner) darüber einig sind und wenn keine wechselseitigen Verfügungen betroffen sind. Sollte das jedoch nicht der Fall sein, muss der Widerruf von einem Notar begleitet werden und der andere Partner muss davon informiert werden.

Ein gemeinschaftliches Testament ist auch über den Tod hinaus bindend, es kann nach dem Versterben eines Ehepartners nicht mehr geändert werden. Die einzige Möglichkeit diese Bindung zu umgehen, besteht dann in einer Ausschlagung des Testaments.

Im Falle einer Scheidung oder Ehe-Aufhebung verliert ein gemeinschaftliches Testament seine Gültigkeit.

Das Problem der Pflichtteilberechtigten

Ein gemeinschaftliches Testament, das den jeweils anderen Partner zum Alleinerben bestimmt, missachtet unter Umständen die Erbregelungen zur Pflichtteilberechtigung. In einem solchen Fall kann ein Pflichtteilsberechtigter versuchen seinen Pflichtteil einzuklagen. Oftmals hätte das jedoch ungewollte Auswirkungen: wenn etwa die Wohnung, die der verwitwete Ehegatte bewohnt, verkauft werden müsste, um den Pflichtteil zu bezahlen. In einem solchen Fall kann eine Pflichtteilsklausel Abhilfe schaffen.

Ebenfalls möglich ist die Erstellung eines Berliner Testaments, das eine Sonderform des gemeinschaftlichen Testaments darstellt. In einem solchen Testament setzen sich die Gatten ebenfalls zu Alleinerben ein, bestimmen jedoch den oder die gemeinsamen Abkömmlinge als Erben nach dem Ableben des zweiten Ehepartners.

Hier erhalten Sie ein kostenfreies Berliner Testament Muster >

  • 4.8/5
  • 41 ratings
41 ratingsX
überhaupt nicht eher weniger geht so gut sehr gut
0% 4.9% 0% 2.4% 92.7%