Rechtliche Fragen rund um den Nachlass

Bei vielen Menschen scheint der Tod kein Thema zu sein, da sie sich hiermit nicht auseinandersetzen und diesen Teil des Lebens somit nahezu vollkommen unberücksichtigt lassen. Ängste und Hemmungen, dieses mitunter heikle Thema anzugehen, sorgen für ein solches Verhalten und im Zuge dessen auch dafür, dass sich viele Verbraucher nicht mit dem Erbrecht befassen. Infolgedessen kommt es immer wieder dazu, dass Erbstreitigkeiten auftreten, da gerade hierbei alte Wunden aufgerissen werden und solche Auseinandersetzungen langwierig und emotional aufgeladen geführt werden. 

Nachlass ohne Testament

Ein Großteil der Bevölkerung verzichtet aufgrund von Ängsten auch auf die Möglichkeit, die Nachlassplanung selbst in die Hand zu nehmen und mit der Errichtung einer letztwilligen Verfügung für den eigenen Erbfall vorzusorgen. Dass dies überaus sinnvoll wäre und den Hinterbliebenen ein hohes Maß an Sicherheit bieten würde, steht außer Frage und kann von all denjenigen bestätigt werden, die einen Angehörigen verloren haben, der kein Testament hinterlassen hat. In einem solchen Fall kommt dann natürlich die gesetzliche Erbfolge zum Einsatz, die Angehörigen fragen sich immer wieder, was der Verstorbene wohl gewollt hätte.

Dass das Erbrecht heute ein wichtiger Aspekt der deutschen Gesetzgebung ist und daher auch angemessen beachtet werden sollte, zeigen immer wieder die Daten und Fakten. Allein im Jahr 2010 sollen sich laut Statistischem Bundesamt (Destatis) die Vermächtnisse sowie Erbschaft und Schenkung in der Bundesrepublik auf mehr als 30 Milliarden Euro belaufen haben. Diese Zahl zeigt, dass enorme Vermögenswerte existieren, die früher oder später zum Nachlass werden und im Zuge einer Erbschaft in den Besitz der jeweiligen Erben über gehen. 

Sich bereits zu Lebzeiten um den eigenen Nachlass zu kümmern und entsprechend vorzusorgen, ist im ureigenen Interesse deshalb überaus ratsam und verschafft auch dem künftigen Erblasser mehr Sicherheit. Dabei ergeben sich in der Regel aber einige rechtliche Fragen zum Nachlass, was auch nicht verwunderlich ist, denn als juristischer Laie ist man mit dem deutschen Erbrecht üblicherweise nicht vertraut.

Juristische Fragen bei der Nachlassregelung

Wer sich zum ersten Mal näher mit dem deutschen Erbrecht befasst und ein Testament schreiben möchte, stößt in diesem Zusammenhang unweigerlich auf Sachverhalte und gesetzliche Bestimmungen, die sich ihm nicht direkt erschließen. Hieraus resultieren naturgemäß rechtliche Fragen zum Nachlass, die unbedingt geklärt werden sollten:

Viele weitere Fragen müssen beantwortet werden, um daraufhin angemessen reagieren und eine entsprechende Verfügung von Todes wegen errichten zu können. 

Rechtsanwälte und Notare sind in diesem Zusammenhang natürlich die perfekten Ansprechpartner bei etwaigen Fragen zum Nachlass oder zu erbrechtlichen Regelungen. Künftige Erblasser, die sich zunächst vorab informieren möchten oder ohne die Hilfe eines Juristen auskommen wollen, sollten sich umfassend informieren und ausführlich mit dem Erbrecht befassen. Hierbei erfährt man unter anderem, dass der Nachlass das aktive und passive Vermögen umfasst, nach Anfall der Erbschaft zunächst Eigentum der Erbengemeinschaft ist und trotz der bestehenden Testierfreiheit nicht vollkommen frei aufgeteilt werden kann, da der deutsche Gesetzgeber das Pflichtteilsrecht ebenfalls im BGB verankert hat. Zudem kann auch eine Beratung zur Erbschaftssteuer unter Umständen sinnvoll sein.

Treten Fragen auf, kann man sich zunächst mit entsprechender Fachliteratur behelfen. Ist das Problem aber zu individuell, empfiehlt es sich, einen Fachmann aufzusuchen. Dieser kennt die Sachlage bis ins kleinste Detail und ist außerdem mit der praktischen Handhabung des Erbrechts vertraut. Zusätzlich berät der Anwalt oder Notar seinen Mandanten hinsichtlich der optimalen Nachlassregelung und erweist sich daher als große Stütze.

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