Sachenrecht im Erbrecht

Sowohl das Sachenrecht als auch das Erbrecht stellen in der Bundesrepublik Deutschland einen wesentlichen Teil der Gesetzgebung dar und werden im Bürgerlichen Gesetzbuch ausführlich behandelt. Wie der Name bereits aussagt, befasst sich das Erbrecht mit einer Erbschaft, so dass es hierbei in erster Linie um die rechtsgültige Verteilung des Nachlasses eines verstorbenen Erblassers geht. Gleichzeitig ist das Erbrecht ebenfalls der Teilbereich der Rechtsprechung, der sich mit den Rahmenbedingungen für Verfügungen von Todes wegen (Testament und Erbvertrag) auseinandersetzt. Wenn es darum geht, für den eigenen Todesfall vorzusorgen oder Erbansprüche zu klären, ist das Erbrecht folglich maßgebend.

Das Sachenrecht ist dahingegen das Rechtsgebiet, das sich im Allgemeinen mit den Rechtsverhältnissen beschäftigt, die Sachen betreffen. In Deutschland betrifft das Sachenrecht somit alle Rechtsverhältnisse an körperlichen Gegenständen, zu denen unter anderem bewegliche Güter und Grundstücke gehören. Maßgebend für das deutsche Sachenrecht ist das dritte Buch des Bürgerlichen Gesetzbuches, in dem alle relevanten Gesetze juristisch verankert sind. 

Sachenrecht und Eigentumsrecht

Die Grundschuld ist beispielsweise ein Teil des Sachenrechts und dies wird beim Haus erben beispielsweise immer dann relevant, wenn noch eine Hypothek auf der vererbten Immobilie ruht. Zudem kann ein Erblasser im Testament bestimmen, ob jemand den Nießbrauch der betreffenden Immobilie bis zu dessen Tod nutzen kann. Nießbrauch und auch Wohnrecht werden entsprechend als Grundbucheintragung abgesichert.

Auf den ersten Blick erscheinen das Sachenrecht und das Erbrecht als vollkommen unabhängige Rechtsgebiete, was natürlich auch korrekt ist. Nichtsdestotrotz ist das Sachenrecht durchaus von einer großen Bedeutung für das Erbrecht. In Anbetracht der Tatsache, dass das Eigentumsrecht die Basis für die Ausübung des Erbrechts bildet und gleichzeitig einen Bestandteil des geltenden Sachenrechts darstellt, ist diese Verbindung nicht verwunderlich. 

Bedeutung des Sachenrechts für das Erbrecht

So ist das Eigentumsrecht die essentielle Grundlage für das Erbrecht. Als Eigentümer einer Sache oder eines veräußerbaren Rechts kann man dem Sachenrecht entsprechend hierüber frei verfügen, solange hierdurch Dritten kein Schaden entsteht oder gegen geltendes Gesetz verstoßen wird. Im Zuge des Erbrechts besteht die Möglichkeit, dieses Eigentumsrecht im Voraus auszuüben und somit auch durch Schenkungen zu Lebzeiten zu entscheiden, was mit dem Eigentum vor und nach dem eigenen Tod geschehen soll. Demzufolge handelt es sich bei dem in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Sachenrecht nicht nur um die Basis des Eigentums, sondern zudem auch um die Grundlage des Erbrechts. Die Tatsache, dass man im Rahmen einer Verfügung von Todes wegen zu Lebzeiten über seinen Nachlass verfügen kann, erfordert schließlich das Recht, dass man überhaupt frei über sein Hab und Gut verfügen kann. Dass sich diese Verfügungen auf den eigenen Tod beziehen, stellt somit gewissermaßen eine Erweiterung des allgemeinen Eigentumsrechts dar.

Die einzelnen Rechtsgebiete der deutschen Gesetzgebung sind folglich zwar unabhängig voneinander, beeinflussen sich aber dennoch gegenseitig. Dies zeigt unter anderem die große Bedeutung des Sachenrechts für das Erbrecht heute.

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