Unerwarteter Tod des Erblassers

Der Tod ist untrennbar mit dem Leben verbunden und setzt diesem gleichzeitig ein Ende. Es ist ein Naturgesetz, das jedes Lebewesen früher oder später stirbt, schließlich ist das Leben endlich. Auch der Mensch kann sich dem nicht entziehen und muss den Tod somit als Teil des Lebens akzeptieren. Vielen Menschen fällt dies allerdings überaus schwer, weshalb der Tod nicht selten tabuisiert wird. So wird die Tatsache, dass jeder eines Tages stirbt, schlichtweg verdrängt und aus den eigenen Gedanken verbannt. Dabei wäre es wichtig, die Vermögenswerte über den Tod hinaus zu bewahren.

Vor allem tiefe Ängste sorgen für dieses Verhalten und eine große Scheu, sich mit dem Thema Tod zu beschäftigen. Dies ist natürlich verständlich und nachvollziehbar, denn niemand denkt gerne an sein eigenes Ende oder den Tod eines geliebten Menschen. Dennoch darf man nicht den Fehler machen, sich komplett gegen derartige Gedanken zu sperren und dies komplett auszublenden, denn nur wer sich aktiv mit dem Thema Tod auseinandersetzt, lässt sich nicht von seinen Ängsten beherrschen und hat zudem die Möglichkeit, für den Ernstfall vorzusorgen.

Offen umgehen mit dem Sterben und Erben

Ein offener Umgang mit dem eigenen Tod ist demzufolge in gleich mehrfacher Hinsicht von Vorteil. In erster Linie sollte man sich selbst fragen, was man sich für den eigenen Erbfall wünscht und welche Vorsorgemaßnahmen man gegebenenfalls ergreifen kann. Auch ein Gespräch mit dem Partner oder den nächsten Angehörigen über die Nachlassplanung kann diesbezüglich hilfreich sein. Darüber hinaus bietet sich im Zuge dessen die Möglichkeit, die persönlichen Wünsche und Vorstellungen bezüglich des eigenen Erbfalls mithilfe einer Checkliste gemeinsam mit den Angehörigen zu erörtern. Im Trauerfall wissen diese dann im Idealfall, was zu tun ist und was sich der Verstorbene gewünscht hat um in diesem Sinne handeln zu können. Eine frühzeitige Vorsorge für den eigenen Erbfall sorgt somit bei allen Beteiligten für Sicherheit zudem können Selbständige auch die Firma vor zankenden Erben schützen.

Viele Menschen scheuen vor diesem Schritt allerdings zurück, sind sich der Wichtigkeit einer Vorsorge für das Alter oder vor unerwarteten Krankheiten aber durchaus bewusst und schieben dies gewissermaßen vor sich her. Vor allem in der nichtehelichen Partnerschaft ist dies immens wichtig, da der geliebte Partner ansonsten mit leeren Händen zurückbleibt. Häufig wollen Verbraucher später für den eigenen Erbfall vorsorgen, schließlich ist in jungen Jahren noch keine Dringlichkeit gegeben. Hier täuschen sich viele Menschen aber, denn niemand kann absehen, wann ihn der Tod ereilt. Im Zuge einer schweren Erkrankung oder auch durch einen Unfall kann man vollkommen unerwartet versterben und hat somit mitunter die Chance vertan, für den Erbfall vorzusorgen, da man glaubte, noch genügend Zeit für entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu haben.

Frühzeitig rechtswirksam für den eigenen Erbfall vorsorgen

Der unerwartete Tod des Erblassers ist für die Hinterbliebenen natürlich ein großer Schock. Zusätzlich zu der Trauer müssen sich diese dann immer wieder fragen, wie der Verstorbene sich seine Beerdigung und die Nachlassverteilung oder die Abwicklungsvollstreckung gewünscht hätte. Zumindest diese Last kann man seinen Angehörigen von den Schultern nehmen, indem man die Augen nicht verschließt und stattdessen frühzeitig für den eigenen Erbfall vorsorgt. Hierbei reicht es üblicherweise nicht aus, seinen Angehörigen seine Wünsche mitzuteilen. Um sicherzustellen, dass nach dem eigenen Tod wirklich alles wie gewünscht verläuft, empfiehlt es sich, rechtswirksam vorzusorgen. In diesem Zusammenhang ist die Errichtung eines Testaments eine gute Lösung.

Wer sich hierfür entscheidet und mit dem Testament verfassen schon frühzeitig zu Lebzeiten für den eigenen Erbfall vorsorgen möchte, um auch im Falle eines unerwarteten und plötzlichen Todes gewappnet zu sein, muss natürlich die geltenden Formvorschriften berücksichtigen, da die Verfügung von Todes wegen ansonsten nur teilweise oder überhaupt nicht juristisch anerkannt werden kann. Künftige Erblasser, die frühzeitig vorsorgen, sollten zudem bedenken, dass sich ihre Vorstellungen bezüglich der Nachlassregelung im Laufe der Zeit durchaus ändern können. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, das errichtete Testament in Abständen immer wieder einmal hervorzuholen und zu lesen um dies geänderten Lebenssituationen anzupassen. 

Anschließend sollte man sich fragen, ob der Inhalt der letztwilligen Verfügung nach wie vor den eigenen Wünschen entspricht. Sollte dies nicht der Fall sein, sollte man das Testament schnellstmöglich ändern beziehungsweise ergänzen, wobei es bei der Testamentsergänzung auch einiges zu beachten gilt. Im Zweifelsfall sollte man sich an einen erfahrenen Juristen wenden, um keine groben Fehler zu begehen.

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