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Gesundheitsministerium – Pflege im Jahr 2012

Das Bundesministerium für Gesundheit der Bundesrepublik Deutschland hat zum Beispiel im Jahr 2011 das Jahr der Pflege ausgerufen und bereits Ende 2010 angekündigt, dass die Versorgung und Pflege älterer und gebrechlicher Menschen in diesem Jahr ganz klar im Vordergrund stehen würden. In Anbetracht der Schwierigkeiten und hohen Anforderungen, die in der professionellen Pflege existieren, hatte sich das Gesundheitsministerium für 2011 vor allem eine Neuregelung der Ausbildung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege auf die Fahne geschrieben.

Nachdem zunächst Philip Rösler in seiner Funktion als Bundesgesundheitsminister das Jahr der Pflege ausrief und das Jahr 2011 öffentlich zu seinem politischen Pflegejahr erklärte, ergaben sich im Gesundheitsministerium der Bundesrepublik Deutschland gravierende Veränderungen. So übernahm Daniel Bahr am 12. Mai 2011 das Amt des Bundesministers für Gesundheit. In Anbetracht der Tatsache, dass für das Jahr der Pflege 2011 eine Pflegereform angekündigt wurde, bestand von Anfang an, bis hinein in das Jahr 2012 ein immenser Druck auf den neuen Bundesgesundheitsminister.

Jahr der Pflege 2011 und Pläne darüber hinaus

Im Laufe des Jahres 2011 und auch 2012 sollte sich einiges tun in der Pflege, weshalb das Bundesministerium für Gesundheit das Jahr der Pflege ausgerufen hat. Das gesamte Handeln des Ministeriums sollte demnach im Zeichen der Pflege stehen und zu einer erheblichen Verbesserung der Gesamtsituation sorgen. In einer öffentlichen Stellungnahme ließ das Gesundheitsministerium verlauten, dass insbesondere die Ausbildung in der Altenpflege eine Neustrukturierung erfahren sollte. Zudem sollte das Jahr der Pflege dafür genutzt werden, bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu schaffen, die im beruflichen Alltag enormen Belastungen ausgesetzt sind und oftmals an ihre Grenzen gehen müssen. Das Ministerium will einen Ombudsmann für Pflegefälle berufen, doch ob das in der Praxis Erleichterung bringen kann sei dahingestellt. Wie sind die weiteren Pläne?

Die gegenwärtige Entwicklung im Zuge des demografischen Wandels, sowie die Tatsache, dass die Lebenserwartung in der Bundesrepublik Deutschland auf einem erfreulich hohem Niveau liegt, bewogen das Bundesministerium für Gesundheit dazu, das Jahr der Pflege auszurufen. Dieses sollte den Rahmen für eine Pflegereform bilden, die nicht nur für bessere Arbeitsbedingungen in der professionellen Pflege sorgt, sondern zudem alten und pflegebedürftigen Menschen ein Höchstmaß an Sicherheit verschafft. Probleme innerhalb der Koalition und personalpolitische Veränderungen innerhalb des Gesundheitsministeriums haben dieses Vorhaben jedoch mehr oder weniger stark behindert.

Pflege im Jahr 2012

Im November 2011 hat das Bundesministerium für Gesundheit nun einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der aber hinter den Erwartungen zurückbleibt. Auch im Jahr der Pflege dürfte somit die große Pflegereform ausbleiben, während eher kleinere Veränderungen angestrebt wurden. So ist vor allem eine Stärkung der privaten Pflege-Vorsorge für die Generation 50+ vorgesehen, was für eine noch größere Diskrepanz zwischen Arm und Reich sorgen dürfte. Vor allem chronisch Kranke und Menschen mit Behinderung könnten hierdurch benachteiligt werden, weil sie ohnehin kaum eine Chance auf den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung haben. Lediglich für Demenzkranke wurden Erleichterungen geschaffen, bei denen Diskussionsbedarf besteht, ob dies so ausreichend ist, denn bei einer Demenz ist Pflege besonders aufwendig.

Viele Dinge, die vollmundig angekündigt wurden, sind immer noch nicht nicht umgesetzt. Pflege und Krankenkosten explodieren und die Politik müsste hier noch viel stärker eingreifen und reagieren. Die gesetzliche Pflegekasse und die Krankenkassen ächzen unter enormen Lasten. Die Versorgung der pflegenden Angehörigen liegt noch im Argen und deshalb können sich viele Familien eine Auszeit trotz Kostenübernahme der Kurzzeitpflege Kosten nicht leisten, um ihre älteren Angehörigen zu versorgen. Zudem sollte auch ein Mindestlohn in der Pflege eingeführt werden, damit Altenpflegerin und Pflegehelfer leistungsgerechter entlohnt würden für ihren wertvollen gesellschaftlichen Pflege – Dienst. Altenpfleger werden und wurden in der Vergangenheit schon händeringend gesucht.

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