Kondolenz zum Trauerfall

Der Tod eines Angehörigen, Freundes oder Bekannten ist stets ein schmerzlicher Verlust, der jeden Menschen, der den Verstorbenen kannte und schätzte, mit tiefer Trauer erfüllt. Dass das Sterben ein Teil des Lebens ist und früher oder später jeden ereilt, ist natürlich klar, doch wenn dieser Fall eintritt, ist es trotzdem immer wieder ein großer Schock. Gleichzeitig kommt noch eine weitere Belastung auf die Angehörigen des Verstorbenen zu, denn im Trauerfall gibt es einige Dinge, die nun zu tun sind. Da der Tod für viele Menschen ein Tabuthema ist und sie aus diesem Grund lieber schweigen anstatt sich aktiv hiermit zu beschäftigen, sind die Hinterbliebenen in der Regel vollkommen unvorbereitet und wissen überhaupt nicht, was im Trauerfall zu tun ist.

Große Unsicherheiten und mehr oder weniger chaotische Zustände sind dann die Folge und erschweren den Umgang mit dem Trauerfall noch zusätzlich. Zunächst stellt sich schlichtweg die Frage, wie man den Hinterbliebenen begegnen soll und inwiefern man seiner persönlichen Trauer Ausdruck verleihen sollte. Folglich sollte überlegt werden, wie das Kondolieren gestaltet werden kann. Einerseits besteht der Wunsch, sein Beileid zu bekunden, gleichzeitig will man die nächsten Angehörigen des Verstorbenen in keinster Weise verletzen. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich im Vorfeld einer Trauerfeier mit dem Thema Kondolenz zu befassen.

Kulturelle Unterschiede beim Kondolieren

Wer in Sachen Kondolenz konkrete Verhaltensregeln sucht, muss in der Regel feststellen, das es solche nicht geben kann. Der Umgang mit den Themen Sterben, Tod und Trauer ergibt sich für gewöhnlich aus dem jeweiligen Kulturkreis, so dass es in diesem Zusammenhang keine allgemeingültigen Regeln oder Empfehlungen geben kann. Unterschiede beim Kondolieren ergeben sich in erster Linie aus dem jeweiligen Kulturkreis des Verstorbenen und dessen Familie sowie der Religion, der der Verstorbene angehörte. Was hierzulande zum guten Ton gehört und beim Kondolieren erwartet wird, kann in anderen Ländern oder Religionen möglicherweise negativ auffallen und die Angehörigen mitunter sogar beleidigen.

In Kulturen, die in erster Linie vom Christentum geprägt sind, gibt vor allem die Vorstellung einer unsterblichen Seele Hoffnung und spendet den Trauergästen Trost. Offene Beileidsbekundungen und Emotionen sind im Zuge einer solchen Kondolenz üblich, wobei die Kondolenz im westlichen Kulturkreis mehr oder weniger zurückhaltend ausfällt. In anderen Kulturen, wie zum Beispiel in Afrika, gelten lautes Wehklagen und intensive Emotionen als Respektsbekundung dem Toten gegenüber und sind somit Gang und Gäbe. Die Asiaten üben sich dahingegen in Zurückhaltung und empfinden große Emotionen oftmals als unangenehm.

Abgesehen von der unterschiedlichen Mentalität gilt es beim Kondolieren stets auch die Rituale und Bräuche der jeweiligen Kultur zu beachten. Im westlichen Kulturkreis gilt beispielsweise Schwarz als Farbe der Trauer. Im Gegensatz dazu ist beispielsweise Weiß die Trauerfarbe in Marokko. Ob und wie an den Toten erinnert wird, ob Geschenke bei der Trauerfeier üblich sind und wie man sich ansonsten zu verhalten hat, all dies ist beim Kondolieren von immenser Wichtigkeit. 

Aufgrund der hohen Emotionalität der gesamten Angelegenheit will natürlich niemand beim Kondolieren einen groben Fehler machen. Insbesondere wenn unterschiedliche Kulturen oder Religionen aufeinandertreffen, empfiehlt es sich daher, im Vorfeld der eigenen Kondolenz im Bezug auf kulturelle Unterschiede bei der Trauer zu recherchieren. Auf diese Art und Weise kann man angemessen kondolieren und begeht keinen für alle Beteiligten unangenehmen Fauxpas.

Allgemeingültig ist, dass Gefühle bei Trauernden einen Trost spenden, wenn sie echt und nicht überbordend bei den betreffenden Menschen ankommen. In vielen Kulturkreisen sind auch Gedichte und Sprüche im Sterbefall hilfreich um einen tröstenden Trauerbrief oder eine Karte zur Kondolenz an die Angehörigen zu verfassen. Auch die Danksagung und die Todesanzeige wird häufig mit einem passenden Trauerspruch begleitet.

Die ersten Schritte der Angehörigen im Trauerfall

Ist ein Angehöriger verstorben und somit der Todesfall eingetreten, sollten sich die Hinterbliebenen Schritt für Schritt voran arbeiten. Zunächst einmal muss man sich um einige Formalitäten, wie zum Beispiel die Sterbeurkunde, kümmern. Darüber hinaus darf man auf keinen Fall vergessen, alle Angehörigen, Freunde, Bekannte und Kollegen des Verstorbenen über dessen Tod in Kenntnis zu setzen. Sind alle Menschen aus dem Umfeld des Verstorbenen informiert, sollte man sich umgehend um die Beisetzung kümmern. Viele Menschen sind zunächst ratlos und wissen nicht, wie sie die Beerdigung des geliebten Menschen gestalten sollen. Das Beerdigungsinstitut ist hierbei einerseits eine große Hilfe und andererseits sollte man sich mit den nächsten Angehörigen des Verstorbenen beraten. Auf diese Art und Weise kann man diese Aufgabe verteilen und gleichzeitig gemeinsam mit dem Bestatter eine Beisetzung und die Trauerfeier organisieren, die den Wünschen des Verstorbenen am ehesten entsprochen hätten. Im Idealfall hat dieser eine Verfügung hinterlassen, die die Beerdigung regelt und somit keine Fragen offen lässt. Die Hinterbliebenen sollten sich also zunächst auf die Suche nach einem solchen Dokument begeben, doch in der Regel ist eine derartige Verfügung nicht vorhanden.

Bei dieser Gelegenheit kann man die Unterlagen des Verstorbenen auch nach einer Verfügung von Todes wegen durchsehen und das etwaige Testament dann umgehend an das zuständige Nachlassgericht weiterleiten. Zunächst hat die Beerdigung aber natürlich oberste Priorität. Nachdem die Organisation abgeschlossen ist, man einen Termin mit der Stadt und der Kirche abgestimmt und alle Einzelheiten geklärt hat, müssen natürlich alle Angehörigen, Freunde und Bekannte des Verstorbenen zur Beerdigung eingeladen werden. Neben einer Benachrichtigung jedes einzelnen sollte man gegebenenfalls auch eine Traueranzeige schalten. So erfahren auch Personen, die nicht zum engsten Kreis des Verstorbenen gehörten, von dessen Tod und der anstehenden Beisetzung.

Später müssen sich die Hinterbliebenen unter anderem um die Haushalts- und Wohnungsauflösung kümmern, sofern der Verstorbene allein lebte, erbrechtliche Angelegenheiten in Angriff nehmen und auch die Verträge des Verstorbenen, wie zum Beispiel Versicherungen oder den Mietvertrag, kündigen. Trotz aller Trauer darf man im Todesfall die bürokratischen Aspekte nicht außer Acht lassen und muss vielerlei Dinge erledigen.

All diese Schritte sollten von den Angehörigen und Freunden gefühlvoll begleitet werden, denn dies macht deutlich unter welch enormem Stress Hinterbliebene stehen. Die Wichtigkeit der Kondolenz wird hiermit noch einmal unterstrichen.

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