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Demenzkranke mit Alzheimer zu Hause pflegen?

Die Vorstellung, den Lebensabend außerhalb der gewohnten Umgebung und weit weg von der Familie verbringen zu müssen, bereitet wohl den meisten Menschen Unbehagen, weshalb sie einer vollstationären Unterbringung in einem Pflegeheim ablehnend gegenüberstehen. So versuchen ältere Menschen möglichst lange allein zurechtzukommen und nehmen daher häufig erst relativ spät Hilfe in Anspruch. Hierbei übernehmen dann oftmals die nächsten Angehörigen die Pflege. Sollte dies nicht möglich sein, kann man einen ambulanten Pflegedienst engagieren, sodass der Umzug ins Heim keine zwingende Folge einer Pflegebedürftigkeit ist.

In den meisten Fällen ist eine häusliche Pflege auch im Sinne der Angehörigen, denn diese möchten ihren Verwandten bei sich haben und diesem natürlich auch in der schweren Zeit der Pflegebedürftigkeit beistehen. Sofern die Möglichkeit besteht, übernehmen daher oftmals Angehörige zumindest zum Teil die häusliche Pflege und wollen den Pflegebedürftigen keinesfalls ins Heim abschieben. Die Frage ist jedoch, wie lange diese Pflege beim Fortschreiten der Krankheit möglich ist. Zudem muss man sich im Familienkreis rechtzeitig um die notwendigen Vollmachten kümmern (Vollmacht Muster). Ganz besonders wichtig bei Alzheimer ist die Betreuungsvollmacht und die Patientenverfügung, da ansonsten fremde Menschen über das Schicksal des Angehörigen entscheiden können. Bei Familien mit Wohneigentum oder sonstigen Werten, die dem Pflegebedrüftigen gehören, könnte auch eine Generalvollmacht oder ein Wohnrecht von Bedeutung sein.

Häusliche Pflege bei Alzheimer

Hierbei sollten Angehörige ihr eigenes Wohl, sowie das Wohlergehen des Pflegebedürftigen nie aus den Augen verlieren. So sollte man auf keinen Fall versuchen, eine Unterbringung in einem Pflegeheim um jeden Preis zu verhindern, obwohl dies vielleicht die beste Lösung für alle Beteiligten darstellt. Aus diesem Grund muss man den Einzelfall betrachten und sollte sich immer wieder fragen, ob im Rahmen der häuslichen Pflege eine angemessene Versorgung gewährleistet werden kann. Vor allem bei einer schweren Pflegebedürftigkeit ist dies mehr als fraglich. Einerseits sind die äußeren Umstände im häuslichen Umfeld für gewöhnlich nicht ideal und andererseits verfügen pflegende Angehörige über keine entsprechende Ausbildung. Darüber hinaus ist die Pflegebedürftigkeit eines Verwandten eine enorme emotionale Belastung.

Demenzkranke mit Alzheimer stellen besonders hohe Anforderungen und haben einen extrem hohen Pflegebedarf. Vor allem ältere Menschen erkranken hieran und haben unter anderem unter einer Abnahme der kognitiven Fähigkeiten, zunehmenden Vergesslichkeit, Sprachproblemen und Aggressionen zu leiden. Zusätzlich findet im Verlauf der Alzheimer-Krankheit ein Muskelabbau statt, wodurch Betroffene in ihrer Mobilität mehr und mehr eingeschränkt werden. Dies macht die Teilhabe am öffentlichen Leben schon sehr schwer. All diese Symptome der Alzheimer-Krankheit beeinflussen nicht nur den Demenzkranken massiv, sondern dessen gesamtes Umfeld. So haben insbesondere pflegende Angehörige unter den Wutausbrüchen und unangebrachten Verhaltensweisen des Patienten zu leiden.

Abgesehen von der psychischen und physischen Belastung müssen Angehörige der Tatsache ins Auge sehen, dass sie dem Demenzkranken nicht gerecht werden können. Im Falle der Alzheimer-Krankheit ist eine Pflege zu Hause aus diesem Grund nicht möglich, selbst wenn man die professionelle Hilfe eines Pflegedienstes in Anspruch nimmt. Sobald die Diagnose steht, sollte man sich diesbezüglich Gedanken machen und das Gespräch mit dem Erkrankten suchen. Gemeinsam kann man eine Lösung finden und vorsorgen.

Die Dokumentation des ZDF zu diesem Thema ist aufschlussreich

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