Mindestrentenniveau – Reform der Altersvorsorge

Während es noch vor einigen Jahrzehnten hieß, die Rente sei sicher, gehen heute viele Menschen davon aus, dass die gesetzliche Rentenversicherung für sie in keiner Weise zur finanziellen Absicherung im Alter ausreiche. Selbst wenn man mehrere Jahrzehnte fleißig in die Rentenkasse einzahlt, ist dies kein Garant dafür, dass man nach dem Renteneintritt nicht doch in die Altersarmut abrutscht. Geschuldet ist dies der Unterfinanzierung des deutschen Rentensystems, das in den kommenden Jahren an seine Grenzen stoßen könnte. Dem will aktuellen Medienberichten zufolge Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) entgegenwirken, indem sie die Altersvorsorge reformiert.

Rentenbeiträge könnten deutlich steigen

So stimmt Nahles auf steigende Rentenbeiträge ein, die sich auf mehr als 22 Prozent belaufen könnten. Folglich erwarten die deutsche Bevölkerung erhebliche Mehrkosten in Zusammenhang mit der gesetzlichen Rentenversicherung. In Anbetracht des gegenwärtig sinkenden Rentenniveaus sieht die Bundesregierung akuten Handlungsbedarf. Andrea Nahles strebt in ihrer Funktion als Bundessozialministerin ein Mindestrentenniveau an und will auf diese Art und Weise dem sinkenden Rentenniveau ein Ende bereiten. Dieser Schritt sei notwendig, um die Rente auch für die Zukunft abzusichern und nicht unzählige Menschen in die so mehr oder weniger vorprogrammierte Altersarmut schliddern zu lassen. Vor allem Erwerbsgeminderte und Geringverdiener, denen es aufgrund ihrer schwierigen finanziellen Verhältnisse kaum möglich ist, privat vorzusorgen, sollen von dieser Maßnahme profitieren. Darüber hinaus besteht auch bei Selbständigen ein hohes Risiko einer Altersarmut. Indem ein Mindestrentenniveau festgelegt wird, ergäbe sich für diese Bevölkerungsgruppe mehr Sicherheit.

Dass die diesbezügliche Reform der gesetzlichen Altersvorsorge mit hohen Kosten einhergeht, ist keine Überraschung. Eine Stabilisierung des gegenwärtigen Rentenniveaus würde jährlich mehrere Milliarden verschlingen. Höhere Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung seien aus diesem Grund absolut unabwendbar und betreffen die gesamte Bevölkerung. Wer verhindern will, dass das Rentenniveau immer weiter sinkt und so das Risiko einer Altersarmut in der breiten Bevölkerung steigt, muss höhere Kosten in Kauf nehmen. Aktuellen Medienberichten zufolge könnte sich der Beitragssatz bis zum Jahr 2028 so auf rund 22 Prozent belaufen. In den folgenden Jahrzehnten ergäben sich weitere Steigerungen. Bundessozialministerin Nahles plädiert aber gleichzeitig für eine Deckelung der Beitragssätze, damit diese nicht ins Unermessliche steigen können.

Auf den ersten Blick erscheinen steigende Beitragssätze abschreckend, doch bevor man eine ablehnende Haltung einnimmt, sollte man bedenken, dass eine adäquate Altersvorsorge allen Menschen zugutekommt, schließlich kommt jeder ins Rentenalter und will dann nicht in die Altersarmut abrutschen. Um dieses Szenario für einen großen Teil der Bevölkerung abzuwenden, besteht jetzt akuter Handlungsbedarf. Bundessozialministerin Andrea Nahles und die Arbeitgeber, Verbände sowie Gewerkschaften sind sich in diesem Punkt grundsätzlich einig. Wie man die Altersvorsorge konkret reformieren könnte, ist allerdings ein großer Streitpunkt, der kontrovers diskutiert wird.

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