
Streitigkeiten ums Erbe
Der Tod eines Angehörigen wirft die meisten Menschen mehr oder weniger aus der Bahn und erfüllt diese mit tiefer Trauer, so dass sich die Hinterbliebenen oftmals außerstande fühlen, ihr Leben zunächst einmal wie gewohnt fortzusetzen. Nachdem sich der erste Schock gelegt hat, sieht man üblicherweise wieder klarer und hat zumindest den akuten Schmerz erst einmal überwunden. Dies bedeutet aber keineswegs, dass der Verlust eines geliebten Menschen nicht dauerhaft schmerzt und eine Lücke hinterlässt, die mitunter nie mehr geschlossen werden kann. Die Hinterbliebenen befinden sich folglich in einem emotionalen Ausnahmezustand und brauchen vor allem Zeit, um über den Tod ihres Angehörigen oder Freundes hinwegzukommen.
Finanzielle Aspekte rücken in einer solchen Situation in der Regel zunächst in den Hintergrund und verlieren ihre Bedeutung. Früher oder später wird man aber von der Realität eingeholt, spätestens wenn Streitigkeiten ums Erbe entstehen und für Differenzen innerhalb der Erbengemeinschaft sorgen. Nicht selten kommt es dazu, dass sich die Hinterbliebenen in ihrer Trauer nicht gegenseitig stützen, sondern in Anbetracht der bevorstehenden Erbschaft miteinander in Streit geraten.
Streitigkeiten ums Erbe vorbeugen
Im Idealfall ist sich der künftige Erblasser des hohen Konfliktpotentials bewusst, mit dem eine Erbschaft einhergeht, und sorgt entsprechend vor. So sollte man unbedingt vorausschauend planen, sich intensiv mit dem Erbrecht auseinandersetzen und am besten ein Testament verfassen. Auf diese Art und Weise hinterlässt man nach seinem Tod klare Anweisungen für das Nachlassgericht bezüglich der Nachlass Verteilung, so dass die Hinterbliebenen nicht darüber in Streit geraten können, was wohl im Sinne des Erblassers gewesen wäre. Jeder Miterbe erhält seinen Anteil im Erbschein und wenn man sich an die Vorgaben im Erbrecht hält dürfte dann auch Ruhe sein.
Die Erbrecht-heute - Redaktion empfiehlt: Nutzen Sie hierzu rechtssichere Vorlagen, damit Sie im Falle des Falles auch sicher sein können, dass dieses Dokument nach Ihrem Ableben dann rechtskräftig sein wird.
Im Zuge dessen darf man den Pflichtteil der engsten Verwandten auf keinen Fall außer Acht lassen, schließlich kann es ansonsten leicht zu massiven Streitigkeiten ums Erbe kommen. Dies ist gerade bei den Miterben einer Erbengemeinschaft leider in der Regel der Fall. Bleibt ein Erbe im Testament unberücksichtigt und setzt aufgrund dessen seine Pflichtteilsansprüche durch, sorgt dies in der Regel für Unmut innerhalb der Erbengemeinschaft. Daher empfiehlt es sich, alle wesentlichen Aspekte des Erbrechts zu berücksichtigen, um Streitigkeiten vorzubeugen.
Streitigkeiten zwischen Erben klären
Wenn all die Vorkehrungen des Erblassers keine Wirkung zeigen oder dieser nicht vorgesorgt hat, kommt es mitunter zu Streitigkeiten ums Erbe, bei denen eine einvernehmliche Lösung innerhalb der Erbengemeinschaft unerreichbar scheint. Im Extremfall stehen sich die Familienmitglieder dann vor Gericht gegenüber und streiten um das Erbe. Bevor es soweit kommt, sollte man jedoch wenigstens ein Schiedsverfahren anstreben und so versuchen, den Streit ums Erbe außergerichtlich beizulegen.
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