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Gewalt in der Pflege als Folge von Überforderung?

Die Pflege und Betreuung von alten und kranken Menschen stellt tagtäglich eine enorme Herausforderung dar. Pflegebedürftige weisen nicht selten ungewöhnliche Verhaltensweisen auf, die ihrer Erkrankung beziehungsweise speziellen Situation geschuldet sind. Für die Pflegenden bedeutet dies eine extreme emotionale Belastung, die ein Höchstmaß an psychischer Stabilität erfordert. Darüber hinaus sind pflegebedürftige Menschen in ihrer Mobilität mitunter stark eingeschränkt und benötigen aus diesem Grund Unterstützung bei der Verrichtung alltäglicher Dinge. Somit geht die Pflege solcher Personen ebenfalls mit körperlichen Anstrengungen einher, die man nicht unterschätzen sollte.

In Anbetracht der enormen Belastung, welche die Pflege von alten und kranken Menschen bedeutet, ist es nicht verwunderlich, dass sich viele Pflegende überfordert fühlen. Aus diesem Grund machen daraus resultierende Übergriffe dann auch immer wieder Schlagzeilen in den Zeitungen. Überforderung in der Pflege kommt aber nicht nur bei pflegenden Angehörigen vor, sondern betrifft auch ausgebildete Pflegekräfte, wie z.B. die Altenpflegerin.

Gewalt in der Pflege

Einer der wesentlichen Gründe für die allgemeine Ablehnung der Pflegeheime sind einige Skandale, die unzumutbare Zustände und Gewalt durch das Pflegepersonal publik gemacht haben. Aus Angst, dieser Gewalt hilflos ausgeliefert zu sein, wollen Pflegebedürftige den Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung möglichst verhindern. Aber auch die Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste haben einen großen Zeitdruck in ihrem beruflichen Alltag und spüren nicht selten eine gewisse Überforderung. Bei pflegenden Angehörigen ist dies aber natürlich besonders häufig der Fall, weil sich diese plötzlich einer vollkommen ungewohnten Situation gegenübersehen und über keine angemessene Ausbildung verfügen, um die Herausforderungen des pflegerischen Alltags angemessen meistern zu können.

Eine konstante Überforderung in Kombination mit einer gewissen Hilflosigkeit kann zu Kurzschlusshandlungen führen und teilweise auch Gewalt zur Folge haben. Wer sich tagtäglich überfordert fühlt und sich nicht zu helfen weiß, neigt mitunter dazu, seine Unzufriedenheit an Schwächeren, also den pflegebedürftigen Patienten, auszulassen. Dies passiert mitunter auch um dem pflegebedürftigen etwas vermeintlich gutes zu tun, wenn dieser beispielsweise das Essen verweigert. Dies ist selbstverständlich absolut inakzeptabel, kommt aber leider immer wieder vor.

Um Pflegebedürftige vor Gewalt zu schützen, sollten daher gewisse Maßnahmen getroffen werden. So sollten in Pflegeeinrichtungen stets Kontrollmechanismen existieren, sodass Probleme schnell gelöst werden können. Ausreichend Personal, umfassende Schulungen und Weiterbildungen, sowie nicht zu straffe Dienstpläne können einer Überforderung der Pflegekräfte ebenfalls vorbeugen und folglich Gewalt im Vorfeld verhindern. Die Personalfrage drängt sich ganz besonders auf, da immer wieder von Personalmangel in den Pflegeeinrichtungen die Rede ist. Genügend Personal ist erforderlich um auch das gefürchtete Wundliegen der Bettlägrigen zu vermeiden. Darüber hinaus sollten Familien der pflegebedürftigen Angehörigen bereits bei der Auswahl eines Heims oder Pflegedienstes sorgfältig vorgehen, um schwarze Schafe schon im Vorfeld zu erkennen, hierbei hilft das Qualitätsmanagement in der Pflege.

Gewalt nimmt aber nicht immer körperliche Ausmaße an, sondern besteht oftmals vorrangig auf verbaler Basis. So werden die Bewohner eines Pflegeheims mitunter unter Druck gesetzt und eingeschüchtert. Manch einer wird auch mit Medikamenten "ruhiggestellt". In der Pflege sollten Pflegebedürftige jedoch Geborgenheit und Sicherheit spüren, weshalb die Atmosphäre ebenfalls von zentraler Bedeutung ist und bei der Auswahl eines Pflegedienstleisters ausschlaggebend sein sollte.

Angelika Schmid am 23.06.2011


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